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Gelände des zukünftig stillgelegten Flughafenfeldes BIFT - Bürgerinitiative Flughafen Tempelhof - Bürger für die Schließung des Flughafens Tempelhof - V.i.S.d.P. dieser Webseite: Manfred Herrmann, für BIFT Pressemitteilung
15. September 2002:
Ergebnis der Umfrage unter Bundestagskandidatinnen und -kandidaten zum Thema: Flughafen Tempelhof und Luftverkehrspolitik allgemeinDie Bürgerinitiative Flughafen Tempelhof hatte mit Schreiben vom 05.08.2002 die Bundestagskandidatinnen und -kandidaten der fünf wichtigsten Parteien in den Wahlkreisen Tempelhof-Schöneberg oder Neukölln –über ihre jeweiligen Landesverbände– gebeten, fünf Fragen zum Flughafen Tempelhof und allgemein zur Luftverkehrspolitik zu beantworten. Trotz Erinnerung haben Vertreter/innen der SPD und der CDU nicht geantwortet. Im Folgenden präsentieren wir Ihnen die Antworten von - Evrim Baba und Ingeborg Simon (beide PDS) (Wahlkreis Neukölln bzw. Tempelhof-Schöneberg), - Michael Cramer (Bündnis 90/Die Grünen) (Wahlkreis Neukölln) - Dr. Joachim Thoma (FDP) (WK Tempelhof-Schöneberg).
Frau Baba, Frau Simon und Herr Cramer sind derzeit Mitglieder des Abgeordnetenhauses
von Berlin; Herr Dr. Thoma Schulrat. Die Antworten wurden leicht gekürzt.
Eine Bewertung überlassen wir dem interessierten Leser. Wir bedanken
uns bei den Antwortenden.
1. Befürworten Sie den sog. Konsensbeschluss der Regierungen Berlins, Brandenburgs und des Bundes zur Flughafenplanung in der Region Berlin-Brandenburg vom Mai 1996?BABA/SIMON (beide PDS): "In seiner Gesamtheit: nein, im Detail „Schließung innerstädtischer Flughäfen Tegel und Tempelhof“: ja. Dieser Beschluss sah eine Reihe von Maßnahmen zur Neuschaffung von Flugverkehrskapazitäten in Berlin-Brandenburg vor. Er beinhaltete u.a. die Errichtung eines internationalen Luftdrehkreuzes in Schönefeld, die Flächenfreihaltung in Sperenberg, die Verpflichtung zur Erstellung der entsprechenden Verkehrsinfrastruktur und die Privatisierung der BBF. Insbesondere die Festlegung des Standorts Schönefeld erfolgte ohne planrechtliche Prüfung. Die PDS unterstützt jedoch das Ziel, die innerstädtischen Flughäfen Tempelhof und Tegel zu schließen." CRAMER
(Bündnis90/Die Grünen):
Dr.
THOMA (FDP):
top 2. Würden Sie sich auch in dem nicht auszuschließenden Fall eines juristischen oder wirtschaftlichen Scheiterns des Projekts „Flughafen Berlin-Brandenburg International“ (BBI) für die vollständige Schließung des Flughafens Tempelhof einsetzen?BABA/SIMON (beide PDS): "Ja. Unabhängig vom Ausgang des Privatisierungs- und Planfeststellungsverfahrens BBF/BBI Schönefeld befürwortet die PDS eine möglichst schnelle Schließung des Flughafens Tempelhof aus Gründen des Anwohnerschutzes und der betriebswirtschaftlichen Verluste an diesem Standort." CRAMER
(Bündnis90/Die Grünen):
Dr.
THOMA (FDP):
3. Teilen Sie die Ansicht, dass der Flugverkehr generell – aus ökologischen, energiepolitischen und Sicherheitsgründen - reduziert werden sollte?BABA/SIMON (beide PDS): "Ja, uneingeschränkt. Wir betrachten den Flugverkehr gerade mit Blick auf die Klimagefährdung außerordentlich kritisch. Wir setzen auf eine weitestgehende Verlagerung von Kurzstreckenflügen auf die Schiene. Diesbezügliche Effekte sind schon nachweisbar z.B. auf den Relationen Berlin–Hannover und Berlin-Hamburg, weitere erhoffen wir nach Inbetriebnahme des Lehrter Bahnhofs. Die PDS erhebt zusammen mit Naturschutzverbänden und dem Umweltbundesamt Forderungen nach Einführung einer Emissionsabgabe und Kerosinbesteuerung im internationalen Flugverkehr, dem Abbau der übermäßigen öffentlichen Subventionierung des Flugwesens und der Festlegung nach neuen Lärmwerten im Umfeld von Flughäfen. Eine Reglementierung des Flugverkehrs, z.B. durch Flugquoten, lehnen wir jedoch ab. Wir setzen aber auf eine demokratische Mitwirkung bei neuen Gesetzgebungsverfahren sowie die Durchsetzung technischer Neuerungen in der Flugzeugindustrie." CRAMER
(Bündnis90/Die Grünen):
Dr.
THOMA (FDP):
4.a) Durch welche Maßnahmen könnte die Sicherheit des Flugverkehrs vor Unfällen und Terroranschlägen – insbesondere in Ballungsräumen – erhöht werden?BABA/SIMON (beide PDS): "Zur Sicherheit an Flughäfen tragen eine ganze Reihe von Maßnahmen bei. Schon die Standortfestlegung ist von herausragender Bedeutung. Lärmschutz, einschließlich Nachtflugverboten, Ausschluss von sensiblen Ansiedlungen im Flughafenumfeld, gute und übersichtliche Verkehrserschließung und Sicherheitsmaßnahmen in den Flugzeugen und Flughäfen selbst gehören dazu. Man muss jedoch auch klar sagen, dass vor krimineller Energie wie am World-Trade-Center niemand gefeit ist. Auch ist technisches oder menschliches Versagen nicht 100-prozentig auszuschließen. Diese Risken sind bestenfalls zu minimieren." CRAMER
(Bündnis90/Die Grünen):
Dr.
THOMA (FDP):
4. b) Wie bewerten Sie die fortdauernde Übernahme des Versicherungsrisikos der Luftfahrtgesellschaften hinsichtlich Terroranschlägen durch die Bundesregierung?BABA/SIMON (beide PDS): "Die Übernahme der Versicherungsleistungen von Luftverkehrsgesellschaften nach dem 11.9.2001 gehört sicherlich zur Palette der staatlichen Unterstützung des Flugverkehrs. Hier ist zur Sicherung der kurzfristigen Wirtschaftsaktivitäten der Fluggesellschaften eine Ausnahme gemacht worden; vergleichbare Sachverhalte im Eisenbahnverkehr sind nicht nachweisbar. Insofern wurde hier eine Sonderstellung und Marktverzerrung des Flugverkehrs gegenüber anderen Verkehrsträgern forciert." CRAMER
(Bündnis90/Die Grünen):
Dr.
THOMA (FDP):
5. Welche – aus Ihrer Sicht – erfolgreichen luftverkehrspolitischen Maßnahmen können Bundes- oder Landesregierungen vorweisen, an denen Vertreter Ihrer Partei derzeit beteiligt sind?BABA/SIMON (beide PDS): "In Berlin ist die PDS seit Januar 2002 an der Regierung beteiligt. Wir haben dabei darauf Wert gelegt, die vorgefundene festgefahrene Situation zur Privatisierung der BBF und zur Errichtung eines internationalen Verkehrsflughafen Berlin Brandenburg aufzuarbeiten. Im Ergebnis liegt nunmehr ein „Letter of Intent“, eine verbindliche Absichtserklärung zur Privatisierung der BBF, vor. Die Dimensionen des geplanten Flughafens wurden dabei deutlich reduziert. Nunmehr geht es nicht mehr um die Errichtung eines Luftdrehkreuzes vergleichbar mit Frankfurt/ Main und München, sondern um die Konzentration und den Ersatz der innerstädtischen Flughafenkapazitäten am neuen Standort. Die PDS verhehlt keineswegs, dass sie den Standort Schönefeld nach wie vor für ungeeignet hält. Ein Flughafen, selbst wenn er kein europäisches Luftdrehkreuz werden wird, bringt für die fast 100.000 Anwohnerinnen und Anwohner erhebliche Belastungen durch Fluglärm, Schadstoffemissionen und sonstigen Verkehr auf Schiene und Straße mit sich. Im laufenden Planfeststellungsverfahren sind diese und andere Belange des Anwohnerschutzes nach Meinung der PDS nur unzureichend betrachtet worden. Wir halten ein Nachtflugverbot für Schönefeld für unerlässlich. Außerdem gibt es erhebliche Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit der jetzigen Planungen." CRAMER
(Bündnis90/Die Grünen):
Dr.
THOMA (FDP):
BIFT - Bürgerinitiative Flughafen TempelhofManfred Herrmann Bootsbauerstr.18 D-10245 Berlin Tel.: +49-(0)30-6847116 Fax.: +49-(0)30-68057031 Mail: mp [Punkt] herrmann [ Für
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14.
Oktober 2004
AKTUELL Termine: > siehe Startseite Tempelhofer Feld (an gleicher Stelle: rechte Spalte oben) Basis der Diskussion um die Schließung des Flughafens: 04.07.1996:
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