autofrei wohnen
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in Berlin-Steglitz:
Projekt autofreies Wohnen
Lichterfelde -Süd
- aus politischen Gründen verhindert -
Steckbrief
Text: A. Koerdt, Ergänzung & Aktualisierung: M.Heller
Text downloaden: Lichtautofrei.rtf (~12 KB) 

Zusammenfassung
Lage
Initiierung
Umfrage
politisches Aus
Wettbewerb
heute
Presse
Kontakt, Informationen, Links

Zusammenfassung
  Lage, ÖPNV-Anbindung:
Das Gelände am südlichen Stadtrand ist durch den S-Bahnhof Lichterfelde-Süd sowie durch mehrere Buslinien im Norden gut erschlossen.

  Aktueller Stand (1/2001):
Das Gebiet wurde vom Senat als einer der autofreien Standorte in Berlin ausgewählt. Trotz dieser Vorgabe fand jedoch ein städtebaulicher Wettbewerb statt, der im Ergebnis eine konventionelle Bebauung vorsieht.

  Realisierungschancen:
Keine. Das vielfältige und intensive Engagement für autofreies Wohnen ist leider nicht genutzt worden.

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Lage
   Das am südlichen Stadtrand ca. 11 km Luftlinie von der City-West entfernt liegende Gebiet wurde bis Anfang der 90er Jahre von der amerikanischen Armee als militärische Übungsanlage (sogenannte Geisterstadt) genutzt. Schon bald nach dem Abzug der amerikanischen Armee bemühte sich das Bundeseisenbahnvermögen als Eigentümerin der Fläche um dessen bauliche Verwertung.

   Ca. 110 ha des Areals sollten mit 2.000 bis 3.000 Wohnungen im freifinanzierten Wohnungsbau, Handels- und Dienstleistungseinrichtungen, Gewerbe und sozialen Infrastruktureinrichtungen bebaut werden. Weitere 43 ha sollten als Grünfläche erhalten bleiben und so einen fließenden Übergang in die südlich angrenzenden Naherholungsräume gewährleisten. Am nordwestlichen Rand des Gebietes war die Errichtung eines S-Bahnhofs (Lichterfelde-Süd) geplant. Mit der S-Bahn würde man in 20 Minuten zum Potsdamer Platz gelangen. Am Randes des Gebietes führen zudem einige Buslinien entlang, die das Gebiet mit den umliegenden Stadtteilen und dem Hauptzentrum in Steglitz verbinden.

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Initiierung
   Aufgrund dieser Standorteigenschaften wurde 1992 von der Grünen Alternativen Liste die Idee entwickelt, dieses Gebiet teilweise autofrei zu realisieren. Bald gründete sich eine Arbeitsgemeinschaft „Autofrei in Steglitz“. Bausenator Nagel, die Senatsverwaltung für Bau- und Wohnungswesen, Verkehrssachverständige und die IHK sprachen sich für das Projekt aus.

   Am 14. Dezember 1994 faßte die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Steglitz auf Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen den Beschluß, in Lichterfelde eine autoarme Siedlung zu errichten. Die Autofreiheit sollte eine Vorgabe für den 1995 durchgeführten städtebaulichen Realisierungswettbewerb werden. 1994/95 erstellte das Planungsbüro P 4 im Auftrag der Senatsbauverwaltung ein Strukturkonzept. Die Gutachter empfahlen eine Höchstzahl von 2.600 Wohnungen. Etwa ein Drittel der Wohnungen sollten autoarm bzw. autofrei erschlossen werden. Ansonsten wäre zu befürchten, daß die ohnehin stark belasteten Straßen im Umfeld des Plangebietes überlastet werden.

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Umfrage
   Im Jahre 1995 hat das Bezirksamt Steglitz das Institut für angewandte Sozialwissenschaften (Infas) mit einer repräsentativen Umfrage zum Thema autofreies und autoarmes Wohnen beauftragt. Diese Umfrage ergab, daß sich jeder zweite Befragte vorstellen könnte, in ein autoarmes bzw. autofreies Wohngebiet in Lichterfelde-Süd zu ziehen.

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politischer Richtungswechsel
   Nach den Wahlen im Herbst 1995 änderte sich die politische Zusammensetzung des Senats und der Bezirksverordnetenversammlung. Auf beiden Ebenen wurde dem Projekt daraufhin die politische Unterstützung entzogen.

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Wettbewerb
   Der Grundstückseigentümer hat 1998 einen städtebaulichen Wettbewerb durchgeführt. Die Wettbewerbsvorgaben sahen die Errichtung von bis zu 3.500 Wohnungen vor. Die Idee der Autofreiheit wurde nicht aufgegriffen. Entsprechend sehen die Wettbewerbsergebnisse eine konventionelle, verdichtete Bebauung vor.

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heute
(Stand: 1/2001)
   Seit September 1998 ist der S-Bahnhof Lichterfelde-Süd fertiggestellt. Das Gebiet hat damit jetzt einen direkten S-Bahnanschluß in die Berliner Innenstadt. Wegen der bereits sehr weit vorangeschrittenen Planungen und der fehlenden Unterstützung der politischen Entscheidungsträger bestehen keine Umsetzungschancen für ein autofreies Gebiet auf diesem Standort mehr.

   Den aktuellen Planungsstand versuchen Sie bitte den Seiten der Vivico Management GmbH zu entnehmen, die das Gelände entwickeln möchte:
www.vivico.com/de/Projekte/lichterfelde.htm
(Nachtrag Mai 2002)

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Presse
Aktuelles zuerst
11.01.2001, Tagesspiegel:
Leben neben der Überholspur | Nach mehreren vergeblichen Versuchen soll am östlichen Stadtrand Wohnen ohne Autos verwirklicht werden (Bericht hauptsächlich über Gartenstadt Falkenberg und allgemein autofreies Wohnen in Berlin)

14.11.2000, Berliner Morgenpost:
Für autofreies Wohnen stehen Ampeln auf Rot (Bericht über Ende der autofreien Pläne für Lichterfelde-Süd)

01.03.1999, Berliner Zeitung:
Quartiersmanagement ist nur "Notstandspolitik" - Professor kritisiert Senat | SPD-Kongreß über die Berliner Stadtentwicklung (u.a. Kritik am Senat wegen Verhinderung der autofreien/-armen Projekte)

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30.09.1997, Berliner Zeitung:
Autofreies Wohnen | Berlin im Rückwärtsgang | Chancen für autoarme Wohngebiete sinken | Projekt Rummelsburger Bucht jetzt auch gescheitert (Dienstanweisung gegen autofreie Stadtviertel)

08.04.1995, Berliner Zeitung:
Niemand würde von Abgasen belästigt | Senat untersucht vier Standorte für "Wohnen ohne Auto" | Entscheidungen stehen noch aus (Senats-autofrei-Untersuchung für potentielle Standorte u.a. in Treptow, Marzahn, Prenzlauer Berg, Steglitz)

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Kontakt, Information

Initiativen für Autofreies Wohngebiet:
aktuell:
Arge Autofrei Wohnen in Berlin: Markus Heller, Arne Koerdt

ehemals:
AG Autofreies Wohnen in Lichterfelde-Süd
c/o Bündnis 90/Die Grünen Steglitz
- Broschüre: "Wohnen und Arbeiten ohne Auto - Eine Zukunft für die ehemalige `Geisterstadt´ in Lichterfelde-Süd (Folge II)", Berlin 1995
Kontakt: c/o Renate Lindemann, Tel.: +49-(0)30-7918254

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weitere Informationen, Links:
ILS Dortmund - Institut für Landes- und Stadtentwicklungsplanung in NRW, Dortmund
- ILS Dortmund: Fachbeitrag (1998)
- ILS Dortmund: Rundbrief "Autofreie Stadtquartiere", Heft Nr. 9
Kontakt

Forschungsprojekt am "Zentrum Technik und Gesellschaft" der TU Berlin:
Autofreies Wohnen in Berlin - Bedingungen für eine Realisierung autofreier Wohngebiete unter besonderer Berücksichtigung der Projekte Alter Schlachthof (Eldenaer Straße) und Lichterfelde-Süd

Diplomarbeit zum Thema autofreies Wohnen:
"Planung und Ralisierung autoarmer und autofreier Quartiere - Ein Konzept zur Verringerung verkehrsbedingter Probleme-" (TU Berlin, Okt. 1999)
von Arne Koerdt

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Logo Autofreies Stadtviertel an der Panke

Kontakt autofrei wohnen
Architekturbüro Heller

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17. Oktober 2007
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