autofrei wohnen  carfree living
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... und denken  ... and thinking
Definitionen
autofreier Wohnformen
definitions of carfree living

Vorbemerkungen:
Grundthesen
Begriffe autofrei, autolos, autoarm
Statistik Autobesitz
Gebietstypologien:
zum Vergleich: "konventionell" (mit PKW)
"autofrei"
"autoreduziert"
"stellplatzfrei"
"optisch autofrei"
"nur Bewohner"
weitere Typologien & Varianten
nicht empfehlenswerte Typen
Definitionen nach sozialen Kriterien:
Betreibermodell
selbstverwaltetes Modell
gemischte Modelle

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Vorbemerkungen

Grundthesen

Autofreies Wohnen bezeichnet ein Wohnangebot, das ...
Carfree housing means a supply of dwellings, that ...
1. ... sich an Haushalte ohne (eigenes) Auto richtet, mit dem Ziel, für diese Vorteile zu schaffen. (ILS)

2. ... einen nachhaltigen Beitrag zum Umweltschutz leistet und die Volkswirtschaft entlastet.

3. ... kinderfreundlich und damit besonders für Familien mit Kind(ern) attraktiv ist.

4. ... hohe Wohn- und Freiraumqualität bedeutet.

5. ... außer dem unumgänglichen Zugang für Blaulichtfahrzeuge (Rettungsdienste, Feuerwehr, Polizei, siehe § 35 StVO) und berechtigte Ausnahmefälle keinen weiteren Kfz-Verkehr hat.

... weitere Vorteile

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Begrifflichkeit: "autofrei", "autolos" und "autoarm"

Autofreie Menschen ...
besitzen absichtlich und freiwillig kein eigenes Auto, aus unterschiedlichsten Gründen: Umweltschutzziele, Lebensumstände bzw. Praktikabilität, Erlebnis von Verkehrsunfällen, usw.
Einige besonders engagierte autofreie Menschen haben sich im autofrei leben! e.V. zusammengeschlossen, der Mitglied des World Carfree Network (WCN) ist.

Autolose Menschen ...
haben ungewollt bzw. unfreiwillig kein eigenes Auto, aus unterschiedlichsten Gründen: Alter, Armut, Behinderung, kein Führerschein bzw. Führerscheinentzug, usw.

Autoarme Menschen ?
Der zuweilen verwendete Begriff "autoarm" sollte vermieden werden, da er mehr verunklart als tatsächlich beschreibt. Denn was könnte genau gemeint sein: Zeitweilige Autofreiheit ? Nutzung von CarSharing oder Mietwagen bei Bedarf ?
Der Begriff suggeriert, daß Menschen ohne eigenes Auto irgendwie "arm" sind, wobei zu bezweifeln ist, daß dies in jedem Fall intendiert wäre.

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Statistik Autobesitz

Haushalte ohne eigenes Auto:
23% aller deutschen Haushalte lebten Anfang des Jahres 2006 autofrei. 
(Pressemeldung d. Statist. Bundesamtes v. 10.04.2007)

In den letzten Jahren ist dieser Wert kontinuierlich, aber langsam gesunken, das heißt, die Gesellschaft motorisiert sich immer mehr. Ob die gegenwärtige Klimadiskussion diesen Trend stoppt, bleibt abzuwarten.

Auf dem Land liegt der Autobesitz bei 70-80 Prozent. In großen Städten gibt es bis zu 30-40 Prozent autofreie Haushalte, in Innenstadtquartieren ist der Anteil oft noch höher. In Berlin z.B. lebt fast jeder zweite Haushalt autofrei.

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Gebietstypologien:

zum Vergleich ...
Typ konventionelles Wohnen mit PKW
type conventional housing with car
• Stellplätze:
- In Deutschland wird die Erstellung von Stellplatzen bei Neubauvorhaben in den Landesbauordnungen geregelt. In manchen Fällen delegieren die LBOs die Regelungen an die Landkreise oder Kommunen. Fast alle Bundesländer fordern den Bau von Stellplätzen, üblicherweise in möglichst direkter Nähe zur Wohnung. Die baulichen Details werden meistens in Satzungen bzw. Ausführungsvorschriften geregelt.
- Der Stellplätzschlüssel, das heißt die Anzahl PKW-Stellplätze pro Wohneinheit, ist üblicherweise 1,0, kann jedoch unterschiedlich sein: In Stadtstaaten liegt er zum Teil darunter, in den Flächenländern zum Teil bei 1,5 oder höher. 
- Eine Ausnahme hinsichtlich der Stellplatzpflicht macht das Land Berlin: die sonst übliche Stellplatzregelung "1 Autostellplatz pro 1 Neubauwohnung" wurde aufgehoben, siehe § 50 Bauordnung Berlin.

• Verkehr:
- Nahezu überall ist der öffentliche Straßenraum zu 80-90% dem motorisierten Individualverkehr (MIV) vorbehalten.
- Straßen werden üblicherweise so breit dimensioniert, daß auf beiden Seiten geparkt werden kann.
- Die zumeist dem Autoverkehr dienenden Beschilderungen werden auf den oft zu schmal angelegten Gehwegen platziert.

• PKW-Besitz:
- siehe oben Statistik Autobesitz

• Bemerkungen:
- Nicht nur die deutsche Rechtsprechung bewertet das Rechtsgut der weitgehend schrankenlosen motorisierten individuellen Mobilität höher als die Gesundheit und Sicherheit von Passanten und Kindern (1). Sie nimmt dafür die jährlich exorbitant hohen Zahlen von Toten und Verletzten aufgrund dieses Verkehrs in Kauf oder vertreibt diese aus dem öffentlichen Raum (2).
(1): Einen bemerkenswerten Aufsatz schrieb der Jurist Uwe Wesel in der "Zeit": "Über die Verfassungswidrigkeit unserer Autos" (14.05.1993, Seite 36)
(2): Siehe dazu die scharfsinnigen Analysen von Markus Schmidt: "Eingebaute Vorfahrt. Das Erfolgsgeheimnis des Autos und der Schlüssel zur Verkehrswende", Frankfurt 2002.

- Extreme Beispiele sind die norditalienische Kleinstadt Barge, wo den Kindern das Spielen auf der Straße amtlich verboten ist, oder der südfranzösische Ort Albi, wo der Bürgermeister die Kindergärtnerinnen auffordert, ihre Schützlinge künftig beim Spaziergang an die Leine zu legen, um sie so vor Autounfällen zu schützen!

- Die Folgen der autozentrierten Planung: 2007 starben in Deutschland fast 5.000 Menschen im Verkehr (3), weltweit sind es seit Beginn der Automobilisierung ca. 35 Millionen Tote (4).
(3): Vorläufige Zahlen 2007: 4.970 Tote und über 430.000 Verletzte bei ca. 2,3 Millionen Straßenverkehrsunfällen in Deutschland. (Pressemeldung d. Statist. Bundesamtes v. 25.02.2008)
(4): Klaus Gietinger, 15.11.2006: "35 Millionen Menschen starben bislang durch die Motorisierung der Erde"

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Typ autofrei
type carfree
• Stellplätze:
- ~ 0,0 bis 0,2 Stellplätze pro Wohnung,  für Car-Sharing-Dienste, Behinderte, Besucher und speziell begründete Ausnahmefälle
- Lage dieser Stellplätze i.d.R. am Quartiersrand
- für Gewerbe ggf. zusätzliche Stellplätze außerhalb dieses Stellplatz-Schlüssels

• Verkehr:
- kein privater Autoverkehr im Gebiet
- Ausnahmen für Blau- und Gelblichtfahrzeuge (Feuerwehr, Entsorgung, etc.)
- Spezielle Regelungen z.B. für Möbelwagen, Behindertentransporte, Taxen, gewerbliche Anlieferungen und vergleichbar notwendige Ausnahmen.

• PKW-Besitz:
- kein individueller Autobesitz (Menschen, die freiwillig ohne Auto leben wollen)
- I.d.R. rechtliche Regelungen zur Autofreiheit in Kauf-/Mietverträgen, Grundbucheintrag, planungsrechtl. Instrumente, städtebauliche Verträge, etc.

• z.B. realisiert in:
- NL-Amsterdam-Westerpark: GWL-Terrein
- D-Bremen-Neustadt: Grünenstraße
- GB-Edinburgh-Gorgie: Slateford Green
- D-Hamburg-Barmbek: Saarlandstraße
- D-Kassel: Unterneustadt / Messeplatz: Christophstraße
- D-Köln-Nippes: Stellwerk 60
- D-München-Riem, 1. BA: Caroline-Herschel-Straße
- D-Münster-Geist: Gartensiedlung Weißenburg
- A-Wien-Floridsdorf: Nordmanngasse
- A-Wien-Penzing: Sargfabrik & Miss Sargfabrik

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Typ autoreduziert
type low car housing (car-reduced, car-lite ...)
• Stellplätze:
- ~ 0,3 bis 0,7 Stellplätze pro Wohnung
- Lage: bevorzugt am Gebietsrand, oft auch im Quartier

• Verkehr:
- "weniger" privater Autoverkehr im Quartier
- div. Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung, z.B. Geschwindigkeitsbegrenzung

• PKW-Besitz:
- Unterdurchschnittlicher PKW-Besitz. Mischung von autofreien und autobesitzenden Haushalten
- Anreize zur privaten Autoreduzierung
- keine rechtliche Bindung zur Autofreiheit

• Bemerkungen:
- Probleme mit Regelungen & Vermarktung
- städtebauliches Konzept allein bewirkt keine bzw. kaum Kostenersparnis
- Der zuweilen verwendete Begriff "autoarm" sollte vermieden werden (siehe oben Begriffe autofrei, autolos, autoarm)
- Ebenfalls falsch ist der Begriff "verkehrsreduziert", sofern damit ausgedrückt werden soll, daß es weniger "Autoverkehr" in einem solchen autoreduzierten Gebiet gibt. Dabei wird übersehen, daß "Verkehr" auch von Fußgängern, Radlern ("nicht-motorisierte Verkehre") und den Benutzern der öffentlichen Verkehrsmittel ("ÖPNV") erzeugt wird. Eine Verkehrsreduktion findet in solchen Gebieten nicht statt, denn je stärker sich der private Autoverkehr reduziert, desto mehr nicht-motorisierten Verkehr entsteht - was unbedingt erwünscht ist ...

• z.B. realisiert in:
- D-Berlin-Friedrichshain/-Lichtenberg; Stralauer Halbinsel / Rummelsburger Bucht
- D-Berlin-Treptow: LEBENS(t)RAUM Johannisthal
- D-München-Haidhausen: Kolumbusplatz

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Typ stellplatzfrei (Parken am Rand)
type parking place free / no-parking-zone (parking at the rim / edge)
• Stellplätze:
- ortsüblicher Stellplatzschlüssel
- Lage privater Stellplätze i.d.R. am Quartiersrand

• Verkehr:
- Befahrbarkeit mit Autos möglich, jedoch div. Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung, z.B. Geschwindigkeitsbegrenzung
- Kurzzeitparken zur Anlieferung

• PKW-Besitz:
- ortsübliche Mischung von autofreien und autobesitzenden Haushalten
optional:
- rechtliche Bindung zur Autofreiheit, damit verbunden Erlaß der Stellplatzpflicht (Kostenersparnis)
- Unterscheidung autofreier und autobesitzender Haushalte im selben Gebiet, jedoch ohne räumliche Abgrenzung

• Bemerkungen:
- städtebauliches Konzept allein bewirkt keine bzw. kaum Kostenersparnis. Immerhin könnten die Straßen nur einspurig (ca 3,5 Meter breit) gebaut und als Mischverkehrsfläche (StVO § 42 (4a) "Richtzeichen > Verkehrsberuhigte Bereiche") genutzt werden
- wenig echte ökologische Effekte, da konventioneller Autobesitz, sofern ohne Option zur individuellen Autofreiheit
- relativ unproblematisch umsetzbar. Sehr leicht auch auf bestehende Quartiere anwendbar.

• z.B. realisiert (mit Optionen zur individuellen Autofreiheit) in:
- D-Freiburg-Vauban: Vauban

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Typ optisch autofrei (Parken am Rand bzw. unterirdisch)
type optically / visually carfree (parking underground or at the rim / edge)
• Stellplätze:
- keine Regulationen, d.h. ortsübliche Anzahl Stellplätze pro Wohnung
- Lage dieser Stellplätze i.d.R. am Quartiersrand

• Verkehr:
- kein privater Autoverkehr im Gebiet
- Ausnahmen für Blau- und Gelblichtfahrzeuge (Feuerwehr, Entsorgung, etc.)
- Spezielle Regelungen z.B. für Möbelwagen, Behindertentransporte, Taxen, gewerbliche Anlieferungen und vergleichbar notwendige Ausnahmen.

• PKW-Besitz:
- ortsübliche Mischung von autofreien und autobesitzenden Haushalten
- keine rechtliche Bindung zur Autofreiheit

• Bemerkungen:
- häufig angewandtes Modell, das von Bauträgern gern "autofrei" genannt wird
- i.d.R. keine Kostenersparnis (z.T. sogar teurer)
- soziale Vorteile (z.B. Platz f. frei spielende Kinder)
- wenig echte ökologische Effekte, da konventioneller Autobesitz

• z.B. realisiert in:
- D-Berlin: Woltmannweg-Siedlung, Öko-Siedlung Berliner Straße/Colmarer Weg, Riemanns Hofgarten, Grauwackeweg-Siedlung, Wohnen an der Obstbaumwiese
- D-Nürnberg-Langwasser: Langwasser P
- D-Wittenberg-Piesteritz: Werksiedlung Piesteritz
- viele Ökosiedlungen sind optisch autofrei
- Fußgängerzonen können diesem Typ zugeordnet werden

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Typ nur Bewohner
type residents only
eigentlich nicht mehr unter dem Obergriff "autofrei" auf dieser Webseite zu subsummieren
• Stellplätze:
- spezielle Regelungen nicht unbedingt erforderlich

• Verkehr:
- in einem Gebiet, z.B. einer Insel oder historischen Innenstadt, ist es nur der Anwohnerschaft erlaubt, mit ihren Autos zu fahren, d.h. Besucher dürfen dieses Gebiet nicht mit dem Auto befahren.

• PKW-Besitz:
- spezielle Regelungen nicht unbedingt erforderlich

• Bemerkungen:
- In der Regel werden begleitend öffentliche Nahverkehrsangebote eingeführt
- relativ unproblematisch umsetzbar, da keine Einschränkung oder Umstellung der Lebensgewohnheiten der Anwohner verlangt wird
- In der Praxis nur in Touristenorten angewandt, wenn der Leidensdruck so groß ist, daß die Anwohner das vermeintliche Risiko der sozialen Isolierung (angeblich kein Besuch mehr von Freunden und Verwandten) in Kauf nehmen. Im Nachhinein (nach Einführung der Regelung) läßt sich feststellen, daß Freunde und Verwandte sich den geänderten Bedingungen anzupassen wissen, und auch der Tourismus nimmt eher zu
- weniger motorisierter Verkehr im Quartier

• z.B. realisiert in:
- NL-Schiermonnikoog (Insel)
- SA-Robben Island (Insel)

• z.B. geplant in:
- F-Paris (Innenstadt)
- BE-Antwerpen (Innenstadt)

• z.B. vorgeschlagen/diskutiert in:
- NL-Amsterdam (Innenstadt)

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weitere Typologien und Varianten:
further typologies and variants:

- Typ "Temporäre Sperrung":
Straßen werden z.B. am Nachmittag gesperrt, wenn die Kinder aus der Schule kommen.

- Typ "Umweltzone":
Eine fahrzeugabhängige Sperrung von Gebieten, in denen besonders verschmutzende Fahrzeuge keine Einfahrterlaubnis bekommen. Ein "autofreier Effekt" ist damit jedoch nicht verbunden, bestenfalls ein Autoreduzierung.

- Typ "ÖPNV":
Nur der öffentliche Nahverkehr (Straßenbahnen, Busse), evtl. auch Taxen und CarSharing-Fahrzeuge sowie die üblichen Sonderverkehre (Blau- und Gelblicht) dürfen das Gebiet befahren.

- Typ "Autofreier Aktionstag":
Nur zu besonderen Anlässen werden Straßen oder Stadtteile gesperrt und der gewonnene Freiraum für Straßenfeste und Veranstaltungen aller Art genutzt. Links siehe Autofreie Aktionstage

- Weitere Typen als Mischung aller oben genannten Typologien.
 

Nicht zu empfehlen ... :
Not recommended ... :

- Typ "Saudi-Arabien":
Autos nur für Männer. Lt. Wikipedia bestätigte im Oktober 2005 König Abdullah, dass sich daran in nächster Zeit nichts ändern werde.

- Typ "Albanien":
Unter der stalinistisch-kommunistischen Diktatur Enver Hoxhas waren Autos nur für die herrschende Oberschicht erlaubt. Lt. Wikipedia war bis 1990 der PKW-Privatbesitz für die Arbeiterklasse verboten.
Dieses Konzept wird in abgeschwächter Form derzeit noch in anderen kommunistischen Regimen praktiziert - in Nordkorea etwa werden die Menschen in lebensbedrohender Armut gehalten.

- Typ "Ökodiktatur":
Nie in der Realität erprobt, es sind auch keine aktuellen oder historischen Versuche bekannt. Das Konzept wird leidenschaftlich von Konservativen und Autofetischisten als Popanz beschworen, vermutlich aufgrund eines literarischen Gedankenspiels des US-amerikanischen Autors Ernest Callenbach aus dem Jahr 1975: "Ecotopia: The Notebooks and Reports of William Weston".

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Definitionen nach sozialen Kriterien
definitions by other criterias

Die Projekte lassen sich auch nach ihrer sozial-gesellschaftlichen Organisation unterscheiden. Jedes Modell findet dabei seine spezielle Zielgruppe, ist nicht besser oder schlechter.

Typ Betreibermodell
• Investor ist ein (oder mehrere) Wohnungsunternehmen mit unternehmerischer Zielsetzung, das die Wohnungen auf eigene Kosten erstellt und danach vermietet oder verkauft. Die Autofreiheit ist nur ein möglicher Baustein für die Vermarktbarkeit.
Zu unterscheiden sind dabei 
- private Gesellschaften mit prioritär finanziellen Interessen, und
- kommunale / landeseigene / staatliche Gesellschaften mit zusätzlich gesellschaftspolitischen Zielsetzungen

• im Prinzip relativ wenig Einflußmöglichkeiten der künftigen Bewohnerschaft auf die Planung

• z.B. realisiert in:
- NL-Amsterdam-Westerpark: GWL-Terrein (Typ autofrei)
- GB-Edinburgh-Gorgie: Slateford Green (Typ autofrei)
- D-Kassel: Unterneustadt / Messeplatz: Christophstraße (Typ autofrei)
- D-Köln-Nippes: Stellwerk 60 (Typ autofrei)
- D-München-Haidhausen: Kolumbusplatz (Typ autoreduziert)
- D-Münster-Geist: Gartensiedlung Weißenburg (Typ autofrei)
- D-Nürnberg-Langwasser: Langwasser P (Typ optisch autofrei)
- A-Wien-Floridsdorf: Nordmanngasse (Typ autofrei)
- D-Wittenberg-Piesteritz: Werksiedlung Piesteritz (Typ optisch autofrei)

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Typ selbstverwaltetes Modell
• Investor ist die künftige Bewohnerschaft (Baugruppen, Initiativen, Einzelpersonen), die die Wohnungen auf eigene Kosten erstellen und üblicherweise selbst nutzen, zum Teil auch weitervermieten.
Deren Prioritätensetzung ist unterschiedlich, erkennbar ist oft folgender Trend: Am Anfang stehen die autofreie Idee & Lebensqualität, danach tritt eine Phase der Fragen zur Finanzierbarkeit ein, gegen Ende gewinnt die Vervollkommnung des Projektes mit ökologischen und weiteren wohnwertsteigernden Attributen wieder an Bedeutung.

• maximale Einflußmöglichkeiten der künftigen Bewohnerschaft auf die Planung

• z.B. realisiert in:
- D-Berlin-Treptow: Wohnen an der Obstbaumwiese (Typ optisch autofrei)
- D-Bremen-Neustadt: Grünenstraße (Typ autofrei)
- D-Hamburg-Barmbek: Saarlandstraße (Typ autofrei)
- D-München-Riem, 1. BA: Caroline-Herschel-Straße (Typ autofrei)
- A-Wien-Penzing: Sargfabrik & Miss Sargfabrik (Typ autofrei)

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Typ gemischte Modelle
• Investoren können sowohl Wohnungsbauunternehmen als auch die künftige Bewohnerschaft in Form von selbstverwalteten Baugruppen & Initiativen sowie Einzelpersonen sein.

• Einflußmöglichkeiten der künftigen Bewohnerschaft auf die Planung bestehen erst nach Einverständnis über das städtebauliche Gesamtkonzept (vorher besteht Einflußnahme mindestens im Rahmen der gesetzlichen Bürgerbeteiligung im Bebauungsplanverfahren, eventuell auch darüber hinaus als initiierende Initiative, die die Idee der Autofreiheit in das Projekt transportiert), und meist auch nur auf den "selbstverwalteten" Anteil (Baufelder, Parzellen) und die darin entstehende konkrete Architektur.

• z.B. realisiert in:
- D-Freiburg-Vauban: Vauban (Typ stellplatzfrei)
- D-Tübingen-Südstadt: Französisches Viertel / Loretto Areal (Typ: stellplatzfrei / autoreduziert)

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autofrei wohnen
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Architekturbüro Heller

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02. Juni 2008
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Ausstellung exhibition:
Autofreies Leben in Europa
.Carfree Life In Europe

Edinburgh-Slateford Green größer
(Galerie bei sujet.design)
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