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Berlin-Mitte
Autofreies Stadtviertel
an der Panke:
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Berlin
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in Berlin-Mitte:
Planung für das Gelände des ehemaligen Stadion der Weltjugend, Chausseestraße
Autofreies Stadtviertel an der Panke

Projektbeschreibung - Details:
6. Bauleitplanung
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Landesplanung Berlin-Brandenburg (LEPro)
Flächennutzungsplanung (FNP Berlin)
Bereichsentwicklungsplanung (BEP-Mitte)
Bebauungsplan (B-Plan)
BVV-Beschluß: Bezirk will Autofreies Stadtviertel !
Kein Innenstadtring durch die Habersaathstraße (1999/2001)
Kontakt

Landesplanung Berlin-Brandenburg
(Text: nach Arne Koerdt, IX/1999; spätere Ergänzungen M. Heller)
   Im gemeinsamen Landesentwicklungsprogramm Berlin-Brandenburg (LEPro, 07.08.1997) werden die Grundsätze und Ziele der Raumordnung und Landesplanung von Berlin und Brandenburg festgelegt. Insbesondere folgende im LEPro genannten Ziele sind für das Plangebiet und das Vorhaben von Bedeutung:

- Vorrang der Innenverdichtung vor Außenentwicklung (§16 u. § 17,1)
- kleinräumige Zuordnung der verschiedenen Funktionen zueinander (§16,5)
- Verkehrsvermeidung, Verkehrsverlagerung und Verkehrsbündelung (§ 19,3)
- Vorrang des ÖPNV vor dem MIV (§19,8)
- nachhaltiger Schutz der Umwelt (§14,2)
- Minimierung der Bodenversiegelung, sparsamer Umgang mit Grund und Boden (§14,2)
- Sicherung einer ausreichenden Versorgung mit Sport- und Spielanlagen (§31,2)
- Sicherung und Vernetzung von Grün- und Freiräumen (§14,1 u. §15,3) - Bereitstellung eines bedarfsgerechten und differenzierten Wohnungsangebotes (§17,3).

   Das Ziel der Innenentwicklung spricht für eine möglichst baldige Bebauung des Plangebietes. Es ist nicht mit den Vorgaben des LEPro vereinbar, wenn weiterhin eine attraktive, gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erschlossene, innerstädtische Fläche brach liegt, während am Stadtrand und im Umland Berlins zusätzliche Flächen für bauliche Zwecke in Anspruch genommen werden.

   Das Ziel, ein bedarfsgerechtes und differenziertes Wohnungsangebot bereitzustellen, läßt sich sehr gut mit dem Bau eines autofreien Wohngebietes verwirklichen. Der Ansatz des autofreien Wohnens trägt der zunehmenden Diversifizierung der Lebensstile Rechnung. Für die Nachfrage nach autofreiem Wohnen existiert bisher in Berlin faktisch kein Angebot. Auch die Forderungen nach Verkehrsverlagerung, dem sparsamen Umgang mit Grund und Boden und dem Schutz von Bevölkerung und Umwelt lassen sich mit keiner anderen Form des Wohnungsbaus besser verwirklichen, als mit einem autofreien Wohngebiet.

   Die übrigen Leitvorstellungen, insbesondere die kleinteilige Funktionszuordnung, der Erhalt und Ausbau von Sport- und Spielanlagen sowie Grün- und Freiflächen lassen sich unabhängig von der Form der Erschließung und dem Motorisierungsgrad der Bewohner im konkreten Entwurf berücksichtigen. Sie sind als Vorgaben größtenteils in die Aufgabenstellung des Wettbewerbs von 1995 eingeflossen. Zum Teil sind sie zwingende, beachtungspflichtige Grundsätze, zum Teil müssen sie voraussichtlich gegen die allgemeine Berliner Finanznot "durchgewägt" werden. Der Pankegrünzug zum Beispiel ist in der Karte zum gemeinsamen Landesentwicklungsplan für den engerer Verflechtungsraum Brandenburg-Berlin (LEP eV, 21.03.1998) im Maßstab 1:100.000 als gliederndes Freiraumelement dargestellt ist. Er ist daher zu erhalten und weiterzuentwickeln. Eine Bebauung würde zwingenden Festlegungen des LEP eV widersprechen.

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24. März 2005
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Logo Autofreies Stadtviertel an der Panke
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Aktuell
22.03.2005:
Aufgrund des Umzuges des BND auf das Planungsgelände Stadion der Weltjugend sind wir auf der Suche nach neuen Standorten für Autofreies Wohnen in Berlin und werden im Frühling 2005 mehrere potentielle Flächen auf einem Treffen für interessierte autofreie Menschen vorstellen. 

Für das Autofreie Stadtviertel an der Panke besteht keine Chance mehr - es sei denn, das Wahlvolk protestiert gegen die Verschwendung von mind. 1,7 Milliarden Euro aus Steuermitteln für einen unnötigen Beamtenumzug ...
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Aktueller FNP:
FNP-Änderungsblatt <Chausseestraße 02/97>
FNP-Änderungsblatt "Chausseestraße 02/97"

 
Links zum FNP:

FNP-Änderungsblatt
"Chausseestraße 02/97"
(.pdf-Datei, 117 KB)

- Planlegende
FNP-Änderungen
(.pdf-Datei, 124 KB)

allg. Informationen:
Flächennutzungsplan & -verfahren
Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung

Links zum B-Plan:

Gesetzestext:
Bundesbaugesetzbuch - BBauG / BauGB

allg. Informationen:
Bebauungsplänen & -verfahren
Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung

Flächennutzungsplanung (FNP) Berlin
(Text: nach Arne Koerdt, IX/1999; spätere Ergänzungen M. Heller)
   Dem aktuellen Flächennutzungsplan liegen einige zentrale Grundsätze zugrunde, an denen sich die weitere Stadtentwicklung orientieren soll und die Grundlage für die Darstellungen der Planzeichnungen waren. Die für das Plangebiet wichtigsten Grundsätze sind:

- Mit Grund und Boden ist sparsam umzugehen.
- Innenentwicklung hat Priorität vor weiterer Außenentwicklung.
- Es ist eine ausgewogene, kleinteilige Nutzungsmischung zu entwickeln.
- Vorhandene Grünflächen sind zu erhalten, aufzuwerten und zu ergänzen.
- Nicht notwendiger Verkehr ist zu vermeiden und auf umweltverträgliche Verkehrsträger zu verlagern.

  Diese Grundsätze des FNP scheinen auf das Projekt "Autofreies Wohnen an der Panke" zugeschnitten zu sein. Es ist in geradezu idealtypischer Weise dazu geeignet allen diesen Grundsätzen gerecht zu werden.

   Das Plangebiet ist mit dem "... Ziel der Stärkung des Wohnanteils in
der Innenstadt ..." rechtskräftig als Wohngebiet W1 ausgewiesen (GFZ über 1,5), "... um ein hochwertiges Wohnquartier in stadträumlich und verkehrlich sehr guter Lage entwickeln zu können. Die Grünfläche ermöglicht die Entwicklung eines Parks an der Panke ... Ergänzende gedeckte Sportanlagen können entwickelt werden. (...)". (Zitat FNP 02/97, Amtsblatt 20.07.2001)

Aktueller Flächennutzungsplan "Chausseestraße 02/97" (.pdf-Datei, 117 KB)

FNP-Änderungsblatt (Ausschnitt)
Ausschnitt FNP
größer (.pdf-Datei, 117 KB)
Erläuterungen FNP-Änderungsblatt "Chausseestraße 02/97":

Die Darstellungen des FNP werden mit dem Ziel der Stärkung des Wohnanteils in der Innenstadt überarbeitet:

- Auf dem Gelände des ehem. Stadions der Weltjugend wird eine Wohnbaufläche W1 statt gemischter Baufläche M2 dargestellt, um ein hochwertiges Wohnquartier in stadträumlich und verkehrlich sehr guter Lage entwickeln zu können.

- Die Grünfläche ermöglicht die Entwicklung eines Parks an der Panke mit integrierten Sportflächen. Das Symbol “gedeckter Sport” wird durch das Symbol “ungedeckter Sport” ersetzt. Ergänzende gedeckte Sportanlagen können entwickelt werden.

Südlich der Boyenstr. wird gemischte Baufläche M2 dargestellt, um damit Funktionsbeziehungen in Zusammenhang mit dem angrenzenden Bundeswehrkrankenhaus zu verdeutlichen. In der Gemeinbedarfsfläche wird das Symbol “Krankenhaus” dargestellt.

Bekanntmachung im Amtsblatt: 20.07.2001

   Im Zuge der Entscheidung, den Bundesnachrichtendienst auf diesem Grundstück anzusiedeln, wurde später dieser Flächennutzungsplan grundlegend geändert (siehe Aktuell).

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Bereichsentwicklungsplanung (BEP) Mitte sieht autofreies Wohnen vor
  Das Vorhaben ist 1999/2000 im Bezirk Mitte mit dem Bezirksamt, der bezirklichen Verwaltung und den politischen Parteien diskutiert worden. Die Ideen und Konzepte stehen in Einklang mit den vom Bezirk an dieser Stelle gewünschten Nutzungen und sind als bezirkliche Vorzugsvariante in die Bereichsentwicklungsplanung (BEP) aufgenommen worden:

   "... Neugestaltung der Fläche `Stadion der Weltjugend´ für Pankepark, Sport und Wohnen (möglichst autofrei) ..." entsprechend "... dem vom Bezirk befürworteten Konzept der Nutzungsverteilung, das Grundlage des städtebaulichen Wettbewerbs war ...". 
(Zitate: BEP-Mitte, 14. Oktober 1999)

   In der BEP ist unter anderem auch die Ausweitung der Parkraumbewirtschaftungszonen geplant. Mit der Spandauer Vorstadt kam seit Anfang 2002 ein weiterer Teilbereich nach Norden hinzu, danach ist das Gebiet der Friedrich-Wilhelm-Stadt vorgesehen.
(vgl.: Fußgängerzone Hackescher Markt in Diskussion)

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Bebauungsplanung des Bezirkes
(Text: nach Arne Koerdt, IX/1999; spätere Ergänzungen M. Heller)
   Am 15. November 1994 wurde der Aufstellungsbeschluß für einen Bebauungsplan (B-Plan I-35) gefaßt. Der Geltungsbereich dieses B-Planes wird durch die Boyen-, die Chaussee-, die Habersaath- und die Scharnhorststraße begrenzt. 

   Die Festsetzungen des Bebauungsplanes sollten ursprünglich aus den Darstellungen des FNP Berlin 1994 abgeleitet werden. An der Chausseestraße und der Scharnhorststraße war eine mischgebietstypische Bebauung vorgesehen, an der Boyen- und Habersaathstraße sollten allgemeine Wohngebiete festgesetzt werden. Darüber hinaus war die Festsetzung des Pankeparks als Grünfläche sowie des Bundeswehrkrankenhauses und der Sporteinrichtungen als Gemeinbedarfsflächen vorgesehen.

  Nach der vorgezogenen Bürgerbeteiligung gemäß § 3 Abs. 1 BauGB ruhte das Verfahren. Es sollte weitergeführt werden, sobald über die künftige konkrete Bebauung entschieden worden wäre.

   Im Zuge der Entscheidung, den Bundesnachrichtendienst auf diesem Grundstück anzusiedeln, wurde später die Bebauungsplanung vom Senat übernommen, der einen neuen Bebauungsplan für den BND aufstellte (siehe Aktuell).

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Bezirk Mitte will autofreies Stadtviertel
   Am 13. Juli 2000 hat sich die BVV Mitte für die Idee eines autofreien Stadtviertels auf dem Stadiongelände in überparteilicher Zustimmung bei nur einer Gegenstimme und ohne Enthaltungen ausgesprochen:
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Bezirksverordnetenversammlung Mitte von Berlin

Ursprung: Dringlichkeitsantrag zur Annahme einer Entschließung
interfraktionell

DS - Nr.: IV/269
Beschluß-Nr. 72/IV

Betr.: "Autofreies Stadtviertel" auf dem Standort des ehemaligen Stadion der Weltjugend

Die Bezirksverordnetenversammlung faßt folgende Entschließung:

   Die BVV Mitte erklärt ihren Willen, dass auf dem Gelände des ehemaligen Stadion der Weltjugend unter Einbeziehung der zwischen Senat und Bezirk abgestimmten Vorgaben des Wettbewerbs von 1995 ein autofreies Stadtviertel entstehen soll.
Begründung:
   Das Gelände ist aufgrund seiner Lage, Größe und optimalen Verkehrsanbindung durch den ÖPNV für die Städtebauliche Konzeption autofreien Wohnens prädestiniert. Die Nachfrage von einigen hundert interessierten Haushalten mit einem überdurchschnittlich hohen Familienanteil zeigt, dass das Vorhaben an diesem Standort dem weiteren Fortzug von Innenstadtbewohner/innen ins Umland entgegenwirken kann. Des weiteren liegt bereits ein städtebaulicher Rahmenplan interessierter Investoren vor, mit dem, aufbauend auf den Vorgaben der 95er Wettbewerbsausschreibung, ein autofreies Gesamtkonzept realisiert werden kann. Diese Planung kann in Abstimmung mit dem Bezirk weiterentwickelt und umgesetzt werden. Mit der Umsetzung einer autofreien städtebaulichen Konzeption bringt der Bezirk zum Ausdruck, dass er willens ist, die Ziele der Agenda 21 zur nachhaltigen ökologischen Stadtentwicklung umzusetzen.

Berlin-Mitte, 11.07.00

Dr. S. Jastrzembski / PDS; F. Henkel / CDU; B. Wildegans / SPD; U. Thierfelder / Bü90
Antragsteller

   Im Zuge der Diskussion um die Neuansiedlung des Bundesnachrichtendienstes auf dem Stadiongelände votierte die BVV Mitte erneut für autofreies Wohnen auf dem Gelände, siehe: 23.10.03 BVV Mitte (Beschlußtext, BVV-Diskussion, Presse).

Pressemeldungen (Auswahl):
- Autofreies Wohnen - Ein Stadtteil für Radler und Fußgänger, Der Tagesspiegel, 27.07.2000
- Wohnen in der City ohne Verkehrslärm - Auf dem Gelände des ehemaligen Stadions der Weltjugend soll ein autofreies Stadtviertel mit 500 Wohnungen entstehen, Berliner Morgenpost, 20.07.2000

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Kein Innenstadtring durch die Habersaathstraße ! (1999/2001)
   Im Zuge der Investitionsplanungen für das Nordbahnhofgelände und die Schließung des Innenstadtringes im Abschnitt Bernauer Straße - Invalidenstraße begann im Sommer 1999 das FNP-Änderungsverfahren "Chausseestraße 02/97" (s.o. Aktueller FNP) Die Habersaathstraße sollte darin ursprünglich als Innenstadtring-Lückenschluß zur übergeordnete Hauptverkehrsstraße werden. Der Tiefbauamtsleiter von Mitte prognostizierte für diesen Fall eine unzumutbare Verkehrsbelastung ähnlich der in der Torstraße im Bereich Karl-Liebknecht-Straße.

   Neben einer verkehrlich irrationalen Verkehrsführung ("Staufalle Habersaathstraße") über viele Ecken und Ampeln, die den neugestalteten Invalidenpark zur größten Verkehrsinsel Berlins gemacht hätte, wäre deswegen auch eine größere Gewerbehofanlage mit 80 Betrieben an der Chausseestraße vom Abriß bedroht gewesen. Der Bezirk lehnte diese Verkehrsführung strikt ab, zu entscheiden war jedoch auf Landesebene. Neben dieser verkehrlichen Planung sollten im FNP auch die Darstellungen des Plangebietes geändert werden, im wesentlichen von M2-Fläche zu W1-Fläche (überwiegend Wohnen bei geringerer GFZ).

   Nach einer von den Grünen kurzfristig einberufenen Anwohnerversammlung vor Ort mit mehreren hundert Teilnehmern sowie den zuständigen Bezirksvertretern und verantwortlichen Senatsplanern und -politikern gründeten sich 2 Bürgerinitiativen. Deren Engagement stoppte schließlich die Straßenplanung, nachdem sich herausstellte, daß die Politiker/innen die Situation vor Ort nicht kannten und leichtfertig 300 unsubventionierte Arbeitsplätzen in einem funktionierenden kleinteiligen Gewerbeensemble unwiederbringlich vernichtet worden wären.

   Nach der Abgeordnetenhauswahl im Herbst 1999 und der bekannten Neuordnung der Ressortzuschnitte einigten sich Senat und Bezirk relativ schnell auf die ursprüngliche Verkehrsvariante, wonach der Innenstadtring mitsamt Straßenbahn (Linienverlängerung zum Lehrter Stadtbahnhof / zukünftigen Berliner Zentralbahnhof) über das Nordbahnhofgelände direkt in die Invalidenstraße geführt wird. Die FNP-Planung wurde entsprechend angepaßt (s.o. FNP).

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Kontakt Arbeitsgemeinschaft
Autofreies Stadtviertel an der Panke
(Ltg: Markus Heller)

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