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Planung für das Gelände des ehemaligen Stadion der Weltjugend, Chausseestraße Autofreies Stadtviertel an der Panke . Projektbeschreibung - Details: 2. Geschichte (Text I-II-III: nach A. Koerdt) . I: Feuerland II: Olympiabewerbung 1990 III: Wettbewerb 1995/1996 IV: autofrei Ende 1997 ff I: das FeuerlandDas erste Gebäude in diesem bis dato als kurfürstliche Landwirtschaftsfläche genutzten Bereich war das 1748 als `Hospital für lahme Kriegsleut´ errichtete Invalidenhaus. Im 19. Jahrhundert folgten der Exerzierplatz und die an der Chausseestraße gelegene `Garde-Füselier-Kaserne´ (1823, wegen der Uniformen der dort stationierten Soldaten zu Kaisers Tagen wurde sie auch "Maikäferkaserne" genannt), eine Militärsporthalle (1847) und ein Garnisonslazarett (1853). Parallel zu den militärischen Nutzungen in diesem Bereich entwickelten sich beiderseits der Chausseestraße industrielle Nutzungen, beginnend mit der 1789 gegründeten königlichen Eisengießerei (1804), die das Wasser der Panke nutzte. Sie war die damals einzige Eisengießerei Berlins und bildete die Keimzelle der Industrialisierung der Stadt. Die Ansiedlung weiterer Betriebe der Maschinenbauindustrie in den darauf folgenden Jahrzehnten brachten dem Gebiet um die Chausseestraße den Namen Feuerland ein. Ein wesentlicher Grund für die räumliche Konzentration von Industriebetrieben in diesem Bereich waren die günstigen verkehrlichen Standortbedingungen. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts verlagerten die Eisenbetriebe aus Kapazitätsgründen ihre Standorte, an ihrer Stelle wurden nun Wohnbauten für die wachsende Zahl von Arbeitern errichtet. Nach dem ersten Weltkrieg wurden die militärischen Einrichtungen durch die Polizei genutzt. Es entstand das Polizeistadion. 1923 wurde die Nord-Süd-U-Bahn (heutige U-Bahnlinie 6) eröffnet. (Was geschah dort in der Nazi-Zeit ? Wer weiß was ? Bitte melden) 1950 wurde das Polizeistadion durch das `Walter-Ulbricht-Stadion´ ersetzt. Am 17. Juni 1953 demolierten die revoltierenden Henningsdorfer Arbeiter auf der `Zickenwiese´ (benannt nach Walter Ulbrichts Spitzbart) die Insignien der Macht: Schriftzüge und Embleme des verhaßten DDR-Unrechtstaates. Das Stadion wurde 1973 rekonstruiert und aus Anlaß der Weltjugendfestspiele in `Stadion der Weltjugend´ umbenannt.
Mit dem Bau der Mauer
1961 wurde im Rahmen der Grenzsicherungsmaßnahmen
der Unterlauf der Panke ab der Chausseestraße verfüllt.
Zwischen 1961 und 1989 war das Gebiet an drei Seiten von der Mauer umgeben,
die Berlin in zwei Stadthälften teilte. Ab und zu schossen
DDR-Grenzer
auf die eigenen Bürger/innen, die in den freien Teil der Stadt flüchten
wollten. Die U-Bahn
Linie 6 fuhr im Schrittempo non-stop am Geisterbahnhof
"Stadion der Weltjugend" durch, auf dem Bahnsteig sahen die West-Berliner
Fahrgäste ab und zu Uniformierte. An der Chausseestraße befand
sich ein Grenzübergang
für West-BerlinerInnen. (Mitte/Ost-B. - Wedding/West-B.)
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24.
März 2005
. Aktuell 22.03.2005: Aufgrund des Umzuges des BND auf das Planungsgelände Stadion der Weltjugend sind wir auf der Suche nach neuen Standorten für Autofreies Wohnen in Berlin und werden im Frühling 2005 mehrere potentielle Flächen auf einem Treffen für interessierte autofreie Menschen vorstellen. Für
das Autofreie Stadtviertel an der Panke besteht keine Chance mehr - es
sei denn, das Wahlvolk protestiert gegen die Verschwendung von mind. 1,7
Milliarden Euro aus Steuermitteln für einen unnötigen Beamtenumzug
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II: Olympiabewerbung 19901990 wurde ein städtebauliche Konzept beschlossen, das Grundlage der Bewerbung für die olympischen Spiele im Jahre 2000 werden sollte. Auf dem Gelände sollten eine Mehrzweckhalle mit 20.000 Sitzplätzen sowie Büros und Wohnungen entstehen. Das Grundstück sollte den Investoren kostenlos überlassen werden. Zur Vorbereitung des geplanten Projektes wurde 1992 das Stadion der Weltjugend für insgesamt ca. 35 Mio DM abgerissen. Nach der Entscheidung am 23. September 1993 gegen die olympischen Spiele 2000 in Berlin scheiterten 1994 verschiedene Versuche, eine abgespeckte Version zu realisieren, endgültig am mangelnden Interesse und unannehmbaren Forderungen der Investoren. Seit 1995 haben sich auf dem Gelände des ehemaligen Stadions der Weltjugend zahlreiche temporäre Freizeitnutzungen und informelle Sportartenetabliert. Die Sportarbeitsgemeinschaft Mitte betreibt dort Flächen für Baseball, Federball, Football und Fußball. Auf speziellen Bahnen kann Mountain Bike und BMX gefahren werden. Ein privater Betreiber unterhält die größte innerstädtische Beach-Volleyballanlage. Die "Initiative Volksgolf" betreibt auf einer 50.000 qm großen Fläche eine kleine Golfanlage. Außerdem gab es zwischenzeitlich einen pädagogisch betreuten Mitmachspielplatz mit dem Namen "Galipo". |
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Eine Assoziation zu dem Wettbewerbsentwurf von 1996: . "(...) Ich lief durch Strassen, denen man das Gedächtnis amputiert hat, und in stillem Entsetzen kam ich an Neubauten vorbei, die zuverlässig das Vergessen garantieren. (...)" . aus: "Die Rache der Baumeister" von Milos Urban, Rowohlt Berlin 2001 . Eine Broschüre mit Imagebildern und Plänen über diesen Siegerentwurf kann bei der nächsten Führung über das Stadiongelände eingesehen werden. (siehe Termine) |
III: städtebaulicher Wettbewerb 1995/961995 wurde ein konventioneller städtebaulicher Wettbewerb für das Gelände ausgelobt. Gefordert wurde die Planung eines gemischten Wohngebietes mit maximal 1.000 (eher 750) Wohnungen, der erforderlichen sozialen Infrastruktur (u.a. Kindergarten, Jugendfreizeitzentrum und ein Abenteuerspielplatz mit `Elementen eines Kinderbauernhofes´), Einrichtungen der Nahversorgung, dem Panke-Park sowie Sport- und Freizeiteinrichtungen. Das Konzept des prämierten Entwurfes sah die Errichtung von überwiegend sechsgeschossigen Wohnhäusern im Osten des Plangebiets in einem orthogonalen Raster vor. Insgesamt sollten 2.000 statt der ursprünglich vorgesehenen 750 bis 1.000 Wohnungen entstehen. Die geforderten Sportanlagen sollten in einem Streifen nahe der Wohnbebauung mitten im Bereich des geplanten Pankegrünzuges untergebracht werden, so daß die Wohnungen, zwischen Chausseestraße und Sportanlagen gelegen, beidseitig verlärmt worden wären. In der senatseigenen Zeitschrift "Foyer" wurde der Entwurf folgendermaßen charakterisiert: "Der höchst einfachen Binnenorganisation entsprechend streng gerasterte Fassaden, die zwar wohlproportioniert sind, aber Gefahr laufen, schlicht monoton zu wirken." (Heinrich Wefing; Im strengen Griff der Geschichte; in: Foyer; 6. Jg. (1996); Nummer 2 / Juni 1996) Der Bezirk kritisierte dieses Wettbewerbsergebnis scharf ("Der Siegerentwurf mißachtet alle wesentlichen Vorgaben") und forderte unter anderem "die Reduzierung der Anzahl der Wohneinheiten und Stellplätze", "eine deutliche Erhöhung der öffentlichen Grün- und Freiflächen sowie der Sportfläche" und "die Integration eines Kinderbauernhofes und eines pägagogisch betreuten Spielplatzes" (Zitate aus: Drs.Nr. III/76/96, BVV-Beschluß 18.04.1996). Hintergrund der Kritik war neben der Vernachlässigung der infrastrukturellen Vorgaben vermutlich auch die Besorgnis, für die entstehenden sozialen Konflikte später teuer bezahlen zu müssen. Im April 1997 wurde eine überarbeitete Planung vorgestellt, die jedoch kaum verändert worden war. Auch mit diesem Ergebnis blieb der Bezirk Mitte unzufrieden, da es wesentliche Maßgaben nicht erfüllte und forderte unter anderem die Prüfung der "tatsächlichen Auswirkungen des `Sportlärms´ auf das Wohnen" (Zitate aus: Drs.Nr.: III/584/97, Vorlage zur Kenntnisnahme 12.06.1997). Diese und auch eine Vielzahl nachfolgender variierender Überarbeitungen konnten bis heute nicht realisiert werden, die Planungen scheinen auch für Investoren, die diese Wohnungen vermarkten müssen, nicht attraktiv zu wirken. Auch zwischenzeitliche Ideen wie ein Fußballstadion oder eine Eissporthalle wurden wieder verworfen: Für Hertha BSC ist das Olympiastadion interessanter, und die beiden großen Berliner Eishockeyvereine EHC Eisbären und Berlin Capitals bzw. 2 Großinvestoren wetteiferten bis Anfang Dezember 2001 an zwei verschiedenen Standorten um die Gunst des Senates. Den Kampf gewonnen hat jetzt die Anschutz-Gruppe am Ostbahnhof, da sich nach übereinstimmender Einschätzung aller Beteiligten nur eine derartige Halle in Berlin "rechnet". |
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Initiator der Autofreien Stadtviertels an der Panke:
per pedes e.V. |
IV: Autofreies Stadtviertel an der Panke 1997 ffEnde 1997 ergriff der Berliner Fußgängerschutzverein per pedes die Initiative für ein autofreies Stadtviertel an diesen Standort, da die Kriterien für autofreies Wohnen optimal erfüllt sind. Er beauftragte den Architekten Markus Heller mit der Ausarbeitung eines Konzeptes und städtebaulichen Masterplans, der im Juni 1998 - nach einer ersten positiven Resonanz im Bauausschuß des Bezirkes - der Öffentlichkeit präsentiert wurde (Überarbeitungen 1999, 2001). Der Berliner Landesverband des Umweltschutzvereines BUND (Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland) wurde im Frühjahr 1998 als Kooperationspartner der entstandenen informellen Arbeitsgemeinschaft in das Projekt einbezogen, seit Februar 2001 auch der AKiB (Landesverband der Abenteuerspielplätze und Kinderbauernhöfe in Berlin) und die Piscator Medien Arena Entwicklungsgesellschaft mbH.
Das Projekt wurde von Anfang an vielen verschiedenen Personen und Organisationen aus dem Umwelt- und Verkehrsbereich vorgestellt. Aus diesen Gesprächen ergaben sich wertvolle Hinweise zur weiteren inhaltlichen Entwicklung, mit verschiedenen Bündnispartnern werden für den Mobilitäts- und Jugendbereich Konzepte entwickelt. Der hier vorgestellte Entwurf (Stand 22.01.2002) ist eine Überarbeitung einer ersten, eher architekturtheoretischen städtebaulichen Konzeption von Juni 1998 und sieht ein städtebauliches Konzept in Anlehnung an die Vorgaben des damaligen Wettbewerbs vor. Dabei sind auch die Wünsche und Vorstellungen der zuständigen bezirklichen Gremien und Ämter, soweit sie feststehen, eingearbeitet. Der Bezirk Mitte hat sich am 13. Juli 2000 für die Idee autofreien Wohnens auf dem Stadiongelände fast einstimmig ausgesprochen und sie schon 1999 in seiner Bereichsentwicklungsplanung verankert. Dieser BVV-Beschluß kann im Kapitel 6 "Bedingungen" im Wortlaut nachgelesen werden.
Mehr zum aktuellen Stand hier:
top Kontakt
Arbeitsgemeinschaft
Start
www.autofrei-wohnen.de
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städtebaulicher Masterplan Planungsstand Jan. 2002 größer, 247 KB |